Aufschlag zum WAZ-Kommentar (bzgl. Offener Brief Corona-Krisenstab)

Herr Düngelhoff wertet die Vorschläge von Aufbruch Fahrrad Bottrop als Vorwand, die politische Beratung zu umgehen.

Es geht um das genaue Gegenteil. Wir bringen unsere Erfahrungen und unseren Sachverstand in einer für alle Seiten schwierigen Situation ein. Zu den vielen weiteren erforderlichen Maßnahmen in allen Aufgabenbereichen (die nicht zu unserem Kernthema gehören) äußern wir uns daher auch ganz bewusst nicht.

Wir befinden uns in einer Krisensituation. Eine zweite oder gar dritte Corona-Ausbruchwelle wird von den Wissenschaftlern vorhergesagt. Daher ist es umso wichtiger, die elementaren Verhaltensregeln im Alltag auch einhalten zu können. Die Infektionswege sind wissenschaftlich noch nicht abschließend bekannt; ob kurze Begegnungen unkritisch sind, wird sich zeigen. Im Moment geht es darum Risiken zu minimieren: In der Ansteckung, aber auch in allen weiteren Bereichen.

Unzureichende Raumangebote führen immer auch zu gefährlichen Situationen im öffentlichen Raum und daher auch im Straßenverkehr.

Wir haben auf – nach unserer Beobachtung – mögliche Gefahrpotenziale aufmerksam gemacht. Das bedeutet auch, dass hier Situationen vorliegen, an denen sich – übrigens nicht nur – die Mitglieder von Aufbruch Fahrrad Bottrop unwohl fühlen und eine Eigengefährdung sehen, der sie aus dem Weg gehen wollen. Dabei sind die beobachteten Situationen kein Unwillen der Bürger, sondern es sind die fehlenden Voraussetzungen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat – bislang von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt – seine öffentlichen Informationen zum Coronavirus in einem aktuell viel diskutierten Punkt angepasst: Es geht um Ansteckungsgefahren. Zu finden ist die Neueinschätzung im Überblicks-„Steckbrief“ zum neuartigen Coronavirus, in dem das RKI nach eigenen Angaben laufend neue Erkenntnisse berücksichtigt.

So heißt es seit Donnerstag (7. Mai) in dem Text, Untersuchungen deuteten darauf hin, dass die Viren über Aerosole – fein verteilte Stoffe in der Luft – auch im normalen gesellschaftlichen Umgang übertragen werden können. Zuvor hatte es in der Passage geheißen, dass dies „nicht wahrscheinlich“ sei, wie das Institut auf Anfrage der Ippen-Digital-Zentralredaktion bestätigte.

Unsere Vorschläge zielen ausschließlich auf den Zeitraum, der besondere Schutzmaßnahmen erfordert, und greifen weder der politischen Diskussion noch der Entscheidung durch den Rat für eine zukunftsfähige Mobilität vor.

Im Moment hat man als Bottroper Bürger den Eindruck, dass nur noch die Verwaltung handelt. Die Politik ist in der Krise nur marginal bis gar nicht eingebunden. Ideen oder Anträge von Fraktionen werden allein von der Verwaltung entschieden.

Daher auch der Krisenstab als Adressat unserer Vorschläge. Diese Vorschläge werden an die zuständigen Fachbereiche weitergeleitet und mit diesen entschieden.

Wir sind überzeugt, dass wir unter den neuen Bedingungen verantwortungsvoll die Gesellschaft wieder ans Laufen bekommen müssen. Wir wollen den zweiten Lockdown mit den Möglichkeiten vor Ort verhindern. Das ist jetzt umso wichtiger, als zunehmend mehr Lockerungen stattfinden. Daher fordern wir die notwendigen Maßnahmen

TEMPORÄR

ein.

Hintergrundinformation: Der offene Brief an den Corona-Krisenstab der Stadt Bottrop ist hier zu finden:

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