Ziele und Forderungen

Um einen Beitrag zu leisten, Bottrop als eine liebenswerte Stadt mit guten Lebensbedingungen und hoher Aufenthaltsqualität weiterzuentwickeln, hat sich in unserer Stadt die Initiative Aufbruch Fahrrad Bottrop gegründet. Ziel ist es, dass alle Radfahrenden – vom Kind bis zum Senior – im gesamten Stadtgebiet zu Fuß und mit dem Fahrrad entspannt, sicher, komfortabel und schnell ans Ziel kommen können.

Mitglieder der Initiative sind Frauen und Männer, die gerne das Rad nutzen, aber auch Auto fahren, den öffentlichen Nahverkehr nutzen oder zu Fuß gehen, und die sich dafür einsetzen wollen, dass unsere Stadt auch zukünftig unter den sich verändernden Bedingungen – wie z.B. dem Klimawandel und seinen Folgen – eine positive Entwicklung nehmen wird.

Wir wissen:

  • Ausbau und Unterhaltung der Fahrradinfrastruktur verursachen im Vergleich zum motorisierten Individualverkehr nur geringe Kosten für die Gemeinde! (siehe: Uni Kassel: Kostenvergleich Autoverkehr ÖPNV Radverkehr)
  • Innerhalb der Innenstadt ist das Fahrrad bei geeigneten Bedingungen das schnellste Verkehrsmittel! (siehe: Bike Citizens: KM/Zeit Vergleich, VCD: Verkehrsmittel im Vergleich oder UBA: Vorteile des Fahrradfahrens)
  • Eine Fahrradspur kann – wie das Beispiel Kopenhagen zeigt – fünf- bis siebenmal so viele Personen transportieren wie eine Autospur!
  • Auf der Fläche, die zum Abstellen eines Autos beansprucht wird, könnten leicht 5 bis 6 Fahrräder parken!
  • Viele Fahrräder bedeuten gute Geschäfte! Mehr Radverkehr belebt die Innenstadt sowie die Stadteilzentren und steigert die Umsätze des örtlichen Einzelhandels.
  • Radfahren ist gut fürs Klima und schont den eigenen Geldbeutel!
  • Radfahren macht fit und wirkt stimmungsaufhellend. Die Bewegung an der frischen Luft kurbelt den Kreislauf an und fördert die Durchblutung. Und Radfahrende sind seltener krank!
  • Radfahren macht Spaß!
Das Fahrrad ist das schnellste Verkehrsmittel
Das Fahrrad ist das schnellste Verkehrsmittel: Die Berechnung für die Stadt Bottrop bei BikeCitizens.net

Wir wünschen uns:

  • Eine Fahrradinfrastruktur „von Tür zu Tür“, die es allen Radfahrenden ermöglicht, entspannt, sicher, komfortabel und schnell ans Ziel zu kommen.
  • Wohlwollende Berücksichtigung der Belange der Radfahrenden als Kunden und Konsumenten bei Geschäften und Betrieben.
  • Dass bei Planungen der Verkehrsinfrastruktur der zur Verfügung stehende Raum als Erstes der für den Fußverkehr, anschließend der für den Radverkehr und zuletzt der Raum für den motorisierten Verkehr aufgeteilt wird („von den Rändern zur Mitte“).
  • Dass es Bottrop gelingt, mit einer Steigerung des Radverkehrsanteils bis zum Jahr 2025 auf mindestens 25 % des Gesamtverkehrsaufkommens eine Fahrradstadt zu werden.

Wir fordern:

a) Gestaltung einer einladenden und auffallenden (einheitlich roter Asphalt) Fahrradinfrastruktur.

b) Radwege an Hauptstraßen mit Geschwindigkeiten mehr als 30 km/h bzw. hohem Verkehrsaufkommen nach folgenden Kriterien:

  • Mindestens 2,3 Meter Breite je Richtung,
  • Rot asphaltiert und ohne Absenkung an Nebenstraßen und Einfahrten baulich getrennt von ruhendem und fahrendem Kraftfahrzeugverkehr,
  • getrennt vom Fußverkehr,
  • mit Fahrradstraßen und sonstigen Radverkehrsanlagen vernetzen.

c) Sichere Schulwege für weiterführende Schulen und Erstellung von Schulradwegeplänen.

d) Radverkehrsgerechter Ausbau aller Hauptverkehrsstraßen z.B.:

  • Horster Straße
  • Gladbecker Straße
  • Nordring
  • Sterkrader Straße
  • Kirchhellener / Bottroper Straße
  • Prosperstraße
  • Westring / Südring
  • Hans-Böckler-Straße

Umsetzung der Verwaltungsvorschläge Fahrradstraßenkonzept für Bottrop (PDF) mit den Qualitätsstandards der Stadt Münster:

  • Mindestens 4 Meter Breite,
  • Rot eingefärbte Fahrgasse,
  • zusätzlich 0,5 bis 0,75 Meter breiten Sicherheitsstreifen zu parkenden Kfz,
  • sichere Gestaltung der Einfahrtsbereiche (nicht nur Markierungen) mit Anschluss an die vorhandenen Radwege,
  • Vorrang für Fahrradstraßen an Kreuzungen und Einmündungen.

Bei der Einrichtung einer Fahrradstraße ist die bloße Kennzeichnung mit dem Verkehrszeichen 244 nicht ausreichend.

  • Kurze Standzeiten für Radfahrer an Ampeln,
  • „Grüne Welle“ auf Hauptrouten,
  • Radverkehr immer mit eigenen Signalgebern,
  • früheres Grün (Vorlaufgrün),
  • freies Rechtsabbiegen für Radverkehr,
  • Überquerung für Rad- und Fußverkehr in einer Ampelphase.

Gemäß niederländischem Muster (siehe auch: Junction design the Dutch - cycle friendly - way oder Kreuzungsdesign Deluxe).

Kreuzungsdesign Deluxe – Teil 2 Designelemente (Quelle: Timm Schwendy, Darmstadt fährt Rad)

  • Zeitnahe Trassenfindung des Radschnellweges Mittleres Ruhrgebiet (RSMR) von Zentrum zu Zentrum - aus Gladbeck durch Bottrop nach Essen (insbesondere für Pendler, Studierende usw.). Weitere Informationen unter Machbarkeitsstudie RVR zum RSMR (PDF).
  • Kurzfristiger Ausbau der Zechenbahn RAG und der Flachglastrasse Bottrop-Oberhausen.
  • Ausbau der Radhauptverbindungen nach Kirchhellen und in die Nachbarstädte Gelsenkirchen, Dinslaken und Dorsten.

Der Radschnellweg RS1: Bauabschnitt zwischen Gelsenkirchen und Bochum Wattenscheid

  • Radparkhaus Innenstadt: kostenlose Stellplätze inklusive Chip-System (z.B. elektronischer Chip der Radstation).
  • Erweiterung der Radstation Bottrop Innenstadt / ZOB (ggf. zweiter Standort).
  • Radstation Hauptbahnhof: kostenlose Stellplätze inklusive Chip-System.
  • Abstellanlagen an Schulen: kostenlos, überdacht und inklusive Chip-System.
  • Transportable Abstellanlagen bei kurzfristigem Mehrbedarf aufstellen (z.B.: Park & Bike).
  • Bedarfsgerechte Ergänzung der Fahrradbügel und zusätzliche Plätze für Fahrradbügel.
  • Stellplatzsatzung erstellen/ändern gemäß AGFS-Muster.

Vassilakou/Sima: Mobile Fahrradständer für noch mehr Mobilität in Wien (Copyright: Christian Houdek / PID)

  • Die Handlungsempfehlungen der AGFS zur Baustellenabsicherung im Bereich Geh- und Radwege (PDF) anwenden.
  • Richtlinien zur Sicherung von Arbeitsstellen (RSA95) einhalten.
  • Regelmäßige Überprüfung von Baustellen (u.a. auf Einhaltung der Richtlinien und Handlungsempfehlungen).
  • „Wilde“ Baustellen kontrollieren.
  • Regelmäßiger Grünschnitt,
  • Wege reinigen und ausbessern,
  • Wege vorrangig von Schnee, Eis und Laub befreien (Priorität 1: Hauptstraßen / Pendlerrouten, Priorität 2: Schulwege),
  • Beschilderung pflegen,
  • Einrichtung einer zentralen Wartungshotline und/oder einer Melde-APP.
  • Radwege freihalten (Falschparken, Abfalltonnen, Baustellen etc.)
  • Einhaltung des Überhol- bzw. Vorbeifahrabstandes
  • Verhalten der Verkehrsteilnehmenden in Fahrradstraßen

Regelmäßige Infoveranstaltungen und Aktionen vor Ort durchführen, z.B.:

  • Überhol- bzw. Vorbeifahrabstand von 1,5 Meter,
  • Befahren, Parken und Rangieren mit Kfz auf Radwegen,
  • mehr Werbung für "Stadtradeln“ oder "Mit dem Rad zur Arbeit",
  • mehr Werbung für Mobilitätstage, Fahrradfeste, Park statt Parken und ähnlichen Aktionen,
  • Vorstellung von Planungen, die den Radverkehr betreffen.


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